Beteiligungsaufruf: Sozial-gerechte Flankierung des zweiten europäischen Emissionshandel ETS 2
Die Europäische Union plant, den Emissionszertifikatehandel ab 2027 – möglicherweise auch erst ab 2028 – auf die Sektoren Verkehr und Gebäude auszuweiten. Was heißt das? Unternehmen müssen für CO₂-Emissionen Zertifikate erwerben. Die Kosten dafür können an Verbraucher*innen weitergegeben werden und somit die Ausgaben für Heizen, Mobilität und teilweise auch für Waren erhöhen. Besonders betroffen davon werden junge Menschen mit schlechter ÖPNV-Anbindung oder ohnehin schon hohen Mietnebenkosten sein. Auf der anderen Seite wirkt der ETS 2 positiv, wenn Staaten die Einnahmen aus dem Zertifikatehandel für soziale Entlastungen (z.B. Klimageld, günstigen ÖPNV, energetische Sanierung) nutzen. Ohne gezielte Ausgleichsmaßnahmen besteht jedoch das Risiko, dass (junge) Menschen mit geringem Einkommen überproportional belastet werden.
Vor diesem Hintergrund hat die Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen zwei Arbeitspakete aufgesetzt, um die Perspektiven junger Menschen in die Ausgestaltung des ETS 2 einzubringen. Im Mittelpunkt des einen Arbeitspakets wird voraussichtlich die Erarbeitung eines Forderungspapiers zur sozial-gerechten Flankierung des ETS 2 sowie der Austausch mit dem Bundesumweltministerium (BMUKN) stehen. Das andere Arbeitspaket widmet sich der Kommunikation rund um dem ETS 2 und wird Konzepte, Botschaften und Kanäle für eine geeignete, zielgruppengerechte Kommunikation über die Bedeutung und Auswirkungen des ETS 2 erarbeiten.
Jugendverbände und -organisationen sind eingeladen, sich einzubringen und ihre Perspektiven frühzeitig in die Debatte um den ETS 2 einzuspeisen.
Bei Fragen oder Interesse an einer Mitwirkung steht die Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen zur Verfügung: jugendbeteiligung.klimafragen@dbjr.de