Klimaschutz ist auch Kinderschutz: Klimakrise bedroht fast jedes Kind laut UNICEF-Studie
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Die Studie verdeutlicht, dass die Klimakrise auf zweifache Weise eine Kinderrechts- und Jugendfrage ist. Kinder und Jugendliche sind zum einen besonders vulnerabel gegenüber den Folgen von Hitze, schlechter Luft, Wassermangel oder extremen Wetterereignissen. Zum anderen sind sie diejenigen, die mit den langfristigen Folgen heutiger politischer Entscheidungen am längsten leben müssen. Klimapolitik entscheidet damit unmittelbar über Aufwachsen, Gesundheit, Bildung, Teilhabe und Zukunftschancen junger Menschen.
„Die Zahlen von UNICEF sind ein Weckruf. Die Klimakrise bedroht Kinder und Jugendliche nicht nur irgendwann in der Zukunft, sondern bereits heute. Wer über Klimaschutz, Klimaanpassung und soziale Infrastruktur entscheidet, entscheidet über die Lebensbedingungen junger Menschen. Deshalb müssen Kinder- und Jugendschutz und Klimaschutz konsequent zusammengedacht werden“, sagt Wendelin Haag, Vorsitzender des Bundesjugendrings.
Auch in Deutschland bleiben Kinder und Jugendliche nicht verschont. Zwar ist die Grundversorgung im internationalen Vergleich gut, dennoch erleben laut UNICEF 97,5 Prozent der Kinder in Deutschland mindestens eine klimabedingte Belastung und 66,5 Prozent mindestens zwei gleichzeitig. Besonders Hitze und Dürren prägen bereits heute den Alltag vieler junger Menschen, indem Schulen, Kitas, öffentliche Räume, Angebote von Jugendverbänden, Ferienfreizeiten und Freizeitorte betroffen sind. Maßnahmen der Klimaanpassung müssen deshalb auch die Orte mitbedenken, wo junge Menschen leben, lernen, sich engagieren und ihre Freizeit verbringen.
Dabei ist für den Deutschen Bundesjugendring klar, dass es Beteiligung junger Menschen an klimapolitischen Entscheidungen braucht. Junge Menschen bringen eigene Erfahrungen, Perspektiven und Lösungsvorschläge ein – aus Jugendverbänden, Jugendringen, internationaler Jugendarbeit und vielen weiteren selbstorganisierten Strukturen. Diese Perspektiven müssen frühzeitig, verbindlich und wirksam in politische Entscheidungen einfließen.
„Junge Menschen sind nicht nur besonders Betroffene der Klimakrise, sie sind auch Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität und zentrale Akteur*innen für eine gerechte Transformation. Beteiligung darf nicht erst beginnen, wenn Entscheidungen längst gefallen sind. Sie muss von Anfang an strukturell mitgedacht werden – gerade bei den Themen Klima, Mobilität, Energie, Landwirtschaft und sozialer Gerechtigkeit“, sagt Moritz Tapp, stellvertretender Vorsitzender des Bundesjugendrings.
Mit der Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen unterstützt der Bundesjugendring die junge organisierte Zivilgesellschaft dabei, ihre Anliegen und Forderungen in klimapolitische Prozesse einzubringen. Die UNICEF-Studie unterstreicht, wie notwendig solche Beteiligungsstrukturen sind. Klimaschutz und Klimaanpassung müssen generationengerecht gestaltet werden – gemeinsam mit jungen Menschen, nicht nur für sie.