Arbeitsweise der Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen
Die Koordinierungsstelle unterstützt bundesweit aktive Jugendverbände und -organisationen dabei, sich in klimapolitische Prozesse auf Bundesebene einzubringen. Sie schafft Zugänge zu relevanten politischen Prozessen, unterstützt die gemeinsame inhaltliche Arbeit und fungiert als kommunikative und organisatorische Schnittstelle zwischen den beteiligten Organisationen und dem Bundesumweltministerium.
Wie die Beteiligung konkret funktioniert, richtet sich nach dem jeweiligen Thema und politischen Prozess.
Beteiligungsverständnis
Die Beteiligung in der Koordinierungsstelle baut auf den selbstorganisierten und demokratischen Strukturen junger Menschen auf. Bundesweit aktive Jugendverbände und -organisationen bringen ihre Perspektiven und in ihren eigenen Strukturen entwickelten Positionen in die gemeinsamen Prozesse ein.
Die Organisationen entscheiden selbst, zu welchen Themen sie sich beteiligen und wer sie dabei vertritt. In der Koordinierungsstelle treffen unterschiedliche verbandliche Perspektiven aufeinander, werden diskutiert und – wo möglich – zu gemeinsamen Positionen und Forderungen weiterentwickelt. So werden nicht nur individuelle Meinungen abgefragt, sondern die Interessen und Perspektiven vieler junger Menschen gebündelt und in politische Prozesse eingebracht.
Wie werden Themen und Schwerpunkte festgelegt?
Welche klimapolitischen Themen und aktuellen Prozesse die beteiligten Verbände und Organisationen bearbeiten, hängt vor allem von zwei Fragen ab:
1. Welche Themen beschäftigen junge Menschen?
Wo möchten sie sich einbringen und Veränderungen anstoßen?
2. Welche politischen Prozesse stehen an?
Wo bestehen konkrete Beteiligungs- und Einflussmöglichkeiten, etwa im Rahmen von Konsultationen, Verbändeanhörungen oder anderen Beteiligungsverfahren?
Idealerweise überschneiden sich beide Perspektiven. Wenn Anliegen junger Menschen an laufende politische Prozesse anknüpfen, steigen die Möglichkeiten, tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen. Gleichzeitig kann es wichtig und notwendig sein, eigene Themen auf die politische Agenda zu setzen – auch wenn dafür zunächst noch keine konkreten Beteiligungsprozesse vorgesehen sind.
Die Koordinierungsstelle informiert die Beteiligten deshalb über aktuelle klimapolitische Entwicklungen, anstehende Prozesse und mögliche Beteiligungsfenster. Auf dieser Grundlage entscheiden die beteiligten Jugendverbände und -organisationen über die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer gemeinsamen Arbeit.
Eine besondere Rolle übernimmt dabei die AG Strategische Ausrichtung. In ihr kommen zweimal im Jahr Bundesvorstände beziehungsweise vertretungsberechtigte Personen der beteiligten Jugendverbände und -organisationen zusammen. Neben der inhaltlichen Schwerpunktsetzung berät die AG über die strukturelle Weiterentwicklung des Jugendbeteiligungsformats.
So entscheiden die jungen Engagierten und ihre Organisationen selbst, zu welchen Themen sie aktiv werden und wie sie ihre Beteiligung gestalten. Gleichzeitig erhalten sie die notwendigen Informationen, um ihre Beteiligung möglichst gezielt und wirksam auszurichten.
Woran arbeiten wir aktuell? → Zu unseren Themen und Schwerpunkten
So läuft Beteiligung ab
Je nach Thema und politischem Prozess kann die konkrete Beteiligung unterschiedlich aussehen. Grundsätzlich verbindet die Koordinierungsstelle Wissensaufbau und Austausch mit gemeinsamer Positionsentwicklung und dem direkten Zugang zu klimapolitischen Entscheidungsprozessen.
1. Informieren und einarbeiten
Die Koordinierungsstelle informiert über aktuelle klimapolitische Entwicklungen, anstehende politische Prozesse und konkrete Beteiligungsmöglichkeiten. Fachliche Briefings und aufbereitete Informationen unterstützen die Beteiligten dabei, sich auch in komplexe Themen einzuarbeiten und eine gemeinsame Wissensgrundlage zu schaffen.
2. Austauschen und Positionen entwickeln
Die beteiligten Jugendverbände und -organisationen bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven in die gemeinsame Arbeit ein. In thematischen Arbeitsgruppen werden diese diskutiert und – wo möglich – zu gemeinsamen Positionen und Forderungen weiterentwickelt.
3. In politische Prozesse einbringen
Die erarbeiteten Perspektiven, Positionen und Forderungen werden in klimapolitische Prozesse eingebracht. Dafür organisiert die Koordinierungsstelle Gespräche mit der Entscheidungs- und Arbeitsebene des BMUKN und eröffnet Zugänge zu bestehenden Fach-, Verbände- und Beteiligungsformaten.
4. Rückkoppeln und weiterarbeiten
Die Vertreter*innen sind in die Strukturen ihrer jeweiligen Jugendverbände und -organisationen eingebunden. Informationen und Ergebnisse können dadurch in die eigenen Strukturen zurückgetragen werden. Gleichzeitig fließen Rückmeldungen, neue Positionen und Entwicklungen wieder in die gemeinsame Arbeit der Koordinierungsstelle ein.
Vernetzung als Grundlage
Die Koordinierungsstelle schafft darüber hinaus Räume für die Vernetzung von Jugendverbänden und -organisationen untereinander sowie mit klimapolitischen Akteur*innen aus Ministerium, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Der kontinuierliche Austausch hilft dabei, Wissen zu teilen, gemeinsame Interessen zu erkennen und frühzeitig an relevante politische Prozesse anzuknüpfen.