Ziele und Beteiligungsverständnis

Die Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen stärkt die Beteiligung der jungen organisierten Zivilgesellschaft an klimapolitischen Prozessen auf Bundesebene. Ziel ist es, die Perspektiven, Positionen und Forderungen junger Menschen frühzeitig und kontinuierlich in die Arbeit des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) einzubringen.

Dabei verfolgt die Koordinierungsstelle insbesondere drei Ziele:

1. Junge Perspektiven wirksam einbringen

Jugendverbände und -organisationen sollen als eigenständige politische Akteur*innen wahrgenommen und bei klimapolitischen Vorhaben frühzeitig beteiligt werden. Ihre Erfahrungen, Positionen und Forderungen sollen in politische Entscheidungsprozesse einfließen und dort sichtbar berücksichtigt werden.

2. Klima- und Generationengerechtigkeit stärken

Klimapolitische Entscheidungen betreffen junge und zukünftige Generationen in besonderer Weise. Die Koordinierungsstelle setzt sich deshalb dafür ein, ihre Interessen systematisch mitzudenken und insbesondere innergesellschaftliche und intergenerationelle Klimagerechtigkeit sowie eine sozial gerechte Klimapolitik zu stärken.

3. Jugendbeteiligung strukturell verankern

Jugendbeteiligung soll nicht punktuell erfolgen, sondern verlässlich in klimapolitische Prozesse eingebunden sein. Die Koordinierungsstelle schafft dafür langfristige Zugänge zwischen der jungen organisierten Zivilgesellschaft und dem Ministerium und stärkt Jugendverbände und -organisationen als Gesprächspartner*innen in der Klimapolitik.

Diese leiten sich aus dem Forderungspapier ab, welches im Herbst 2025 gemeinsam erarbeitet wurde und ein identitätsstiftende Grundlage für die Arbeit des Jugendbeteiligungsformats ist.

Beteiligung durch Selbstorganisation

Die Beteiligung in der Koordinierungsstelle baut auf den selbstorganisierten und demokratischen Strukturen junger Menschen auf.

Jugendbeteiligung entfaltet eine besondere Stärke, wenn sie auf bestehenden selbstorganisierten Strukturen junger Menschen aufbaut. In Jugendverbänden und -organisationen werden Positionen gemeinsam entwickelt, in demokratischen Verfahren ausgehandelt und innerhalb der jeweiligen Strukturen rückgekoppelt.

In der Koordinierungsstelle kommen diese bereits innerhalb der Organisationen entwickelten Perspektiven zusammen. Im Austausch zwischen unterschiedlichen Jugendverbänden und -organisationen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar, Positionen weiterentwickelt und Kompromisse ausgehandelt. So können gemeinsame Anliegen entstehen, die unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven junger Menschen zusammenführen und mit klarer Aussagekraft in politische Prozesse eingebracht werden.

Dieser Ansatz benötigt Zeit für Austausch und Rückkopplung. Gleichzeitig ermöglicht er eine Beteiligung, die über die persönliche Perspektive einzelner Teilnehmer*innen hinausgeht und an die demokratisch legitimierten Interessenvertretungsstrukturen junger Menschen anknüpft.

Die Koordinierungsstelle richtet sich an bundesweit aktive Jugendverbände und -organisationen. Die beteiligten Organisationen entscheiden selbst, zu welchen Themen sie sich einbringen und wer sie in den jeweiligen Beteiligungsprozessen vertritt.

Bewusst gibt es dabei keine Vorgaben oder Quoten seitens der Koordinierungsstelle, welche Personen für einen Verband oder eine Organisation sprechen. Die Auswahl der Vertreter*innen liegt in der Selbstorganisation der jeweiligen Jugendverbände und -organisationen.

Gleichzeitig setzt sich die Koordinierungsstelle dafür ein, Organisationen mit unterschiedlichen Hintergründen, Themenschwerpunkten und Perspektiven einzubeziehen.

Jugendbeteiligung auf Bundesebene ist voraussetzungsvoll. Politische Prozesse sind häufig komplex, Beteiligungsfenster kurz und die Mitarbeit erfordert insbesondere von ehrenamtlich Engagierten Zeit und Ressourcen.

Die Koordinierungsstelle schafft deshalb Unterstützungsstrukturen: Sie bereitet Informationen auf, organisiert fachliche Briefings, begleitet Arbeitsprozesse und schafft Räume für Austausch und Vernetzung. Damit sollen auch junge Engagierte Beteiligungsmöglichkeiten nutzen können, die bislang wenig Erfahrung mit klimapolitischen Prozessen auf Bundesebene haben.

Für Präsenztermine im Rahmen der Koordinierungsstelle werden Fahrt- und Übernachtungskosten der Teilnehmenden übernommen.

Mehr dazu, wie die Beteiligung konkret funktioniert, findet sich unter Arbeitsweise.